Ist Ein fernlenkbares, mechanisch, elektromechanisches multifunktionales Musikinstrument.
Eine Klangmaschine, mit der sich alle Medien von manuell über mechanisch bis analog direkt zum Digitalen miteinander verbinden.
Die Idee:
Ungebundenheit — Sich von anderen Musikern unabhängig zu machen, um auch Soloauftritte wahrnehmen zu können, waren die ersten Gedanken zur Heckeshorn.
Es beschäftigte mich der Gedanke, eine Klangmaschine zu kreieren, mit der sich alle Medien von manuell über mechanisch bis analog direkt zum Digitalen miteinander verbinden lassen.
Der finale Schritt ist die Digitalisierung. Die Maschine soll interaktiv, also online bedienbar und somit als Werkzeug zu verstehen sein.
Meine Philosophie:
Ich versuche dem Wahn der Schnelllebigkeit im digitalen Zeitalter etwas entgegen zu setzen. Heutzutage muss alles schnell gehen und darf nichts kosten. Man produziert billige Massenware. Aber was bleibt?
Wird ein einfaches Einwegfeuerzeug in hundert Jahren für Faszination sorgen? Als bildender Künstler habe ich deshalb eine Musikmaschine als Medium gewählt. Die Musik begreife ich als mächtigste aller Kunstformen. Kein Bild, keine Skulptur vermag es mich so tief zu berühren, wie ein klassisches Werk von Rachmaninov oder Shostakovich.
Da ich wohl in meinem Leben kein klassisches Instrument mehr bis hin zur spielerischen Reife erlernen werde, um so direkt ein Teil dieser Kunst zu sein, träumte ich von einer Maschine die in der Lage ist selbstständig, also mechanisch bzw. manuell Töne von aller erster Güte zu erzeugen. So schön wie sie klingen sollte, musste sie auch aussehen.
Diese Maschine könnte noch in hundert Jahren klingen, wohin gegen die Töne aus den digitalen Maschinen schon nach kurzer Zeit auf dem digitalen Schrottplatz landen, Daten die verloren gehen! Wen kümmert es?
Schon 2002 hatte ich die Idee, mich mittels einer selbst gebauten Maschine begleiten zu lassen. Inspiriert von den wunderschönen analogen Geräten, die Christian Günther entwickelte suchte ich die Nähe zu Ihm auf. Nach den ersten Kontakten fragte ich Ihn ob er mir eine elektromechanische Rhythmus Maschine bauen könnte. Monate später, kam dann der Anruf mit dem ich selbst schon gar nicht mehr rechnete. Er sagte, er könne sie jetzt bauen und so geschah es dann auch. Nach der Ersten, folge eine Zweite. Doch die Idee war noch nicht vollkommen. Die EMSM ist eine analoge Rhythmus Maschine. Was ich brauchte war ein Instrument, das Töne spielt. Das war die Geburtsstunde des „Heckeshorn“.
Der Bau:
Beim Bau begann ich zuerst mit dem Korpus. Dazu diente eine alte Schrankrückwand, die ich auf der Straße fand. Ich verleimte sie zu einer überdimensionierten Zigarrenkiste. Als Zweiten Schritt legte ich die ersten Plätze für die Spieluhr am Heck fest, sowie das Riff Brett für die Slide Guitar samt dem Rad auf dem sich heute meine Plecktren und Tonabnehmer befinden. Zu Anfangs hatte ich die Vorstellung von dem Prinzip eines Leierkastens, die ich dann aber wieder verwarf. Kaum war die Erste Seite gespannt, machte ich auch schon die Ersten Konzerte. Als Antrieb nutzte ich eine Bohrmaschine.
Einige Zeit verstrich, das Heckeshorn landete auf dem Schrank wo es erst einmal regungslos verstaubte. Hier endete das Projekt fürs Erste, bis ich dann beauftragt wurde ein Plakat zu dem Musical Cabaret für die Bar jeder Vernunft zu gestalten. Darüber hinaus errang ich auch den Job des Trommlers, wo ich bis jetzt über 500 Vorstellungen spielte. Kurz vor Ablauf der Ersten Spielzeit, bekam ich den Tipp einer Kollegin, zehn Minuten zu Fuß von der Bar entfernt, mal in der Pestalozzistr. in Berlin vorbei zu schauen. Ihr fiel ein laden mit Dampfmaschinen im Schaufenster auf. Wenig später fand ich mich in der Feinmechaniker Werkstatt von U. Panzer wieder, und was Ihn damals auszeichnete war, das seine Ersten Worte lauteten:das ist doch überhaupt kein Problem. Er nahm mich auf und ich lernte sehr viel bei Ihm, da ich über keinerlei Grundkenntnisse in der Metallverarbeitung verfügte, gab er mir nun die Gelegenheit dies nachzuholen. Ich lernte das Drehen, Fräsen, Löten, das fertigen von Zahnrädern und vieles mehr.
Im Sommer 05, fing ich bei Ihm an und schon im März 06 stellte ich mein Erstes Getriebe fertig., bestehend aus 19 selbst gefrästen Zahnrädern incl. eines Peripheren Antrieb ähnlich wie bei einer Eisenbahn. So nach und nach verschwanden die Meisten ursprünglichen Bauteile und wurden wieder und wieder durch Neuentwicklungen ersetzt, so das man sagen kann das jedes Teil zwei bis drei mal ausgetauscht worden ist, ein Umstand der bis Heute Bestand hat auch wenn mir so manches jetzt einfacher fällt. Die Routine macht es.
Das Getriebe:
Das Getriebe ist mit zwei Kupplungen versehen die sich am äußeren Teil des Getriebekastens befinden. Eine Kupplung regelt die Geschwindigkeiten des Sechs-Gang-Getriebes für die Spieluhren sowie für das mit den Plektren und Tonabnehmern bestückten Rades. Die zweite Kupplung ist ausschließlich für das Rad bestimmt. Mit ihr lässt sich das Rad von einer drehenden Bewegung in eine pendelnde verändern (Metronom). Ein 118 Volt Motor aus Chicago, der häufig für Vibraphone verwendet wird, erweckt es zum Leben. Zum einkuppeln des Rades sowie zum manuellen Betrieb, dient eine Kurbel.
Das Haupt Instrument.
Wie schon in Teilen beschrieben, besteht es aus einem rechteckigen Korpus ( Maße ), auf dem sechs Seiten Gespannt sind. Fünf Seiten laufen über einen hochgelegten Hals und eine verläuft am Korpus Boden auf der Vorderen Seite. Diese hat die Klang Charakteristik eines Banjo. Alle Sechs Seiten werden von dem Im Vorderen Teil des Instrumentes befindlichen Rad, auf Wunsch angeschlagen wie abgenommen. Die Tonlagen werden durch einen auf zwei Achsen gelagerten Gleitschlitten verändert( Bottleneck ). Die Hauptachse, ist außerdem die Haupt Antriebs Welle der am Heck befindlichen Spieluhr. Die andere Achse, dient zur Führung, entlastet die Welle,macht eine Stimmung sowie einen exzellenten Vibrato Klang möglich. Durch den gelagerten Gleitschlitten, lassen sich beide Seiten, links wie rechts elektromechanisch wie Manuell bespielen. Bei der manuellen Betätigung, machen sich Filzschlägel besonders gut, für mich ich als Schlagzeuger gilt dies im Besonderen Maße, da ich hier von meinen Erfahrungen als Perkussionist Gebrauch machen kann. Mann kann sie aber eben falls auch Zupfend oder mittels eines Plektrums betätigen. Außerdem, besteht noch die Möglichkeit des Einsatzes eines separaten Bottlenecks. Alle Medien lassen sich mit einander kombinieren. Die an der Vorderen Längs Seite befindliche Mechanik, erfüllt den Zweck den Gleitschlitten elektromechanisch zu tätigen.
Die Spieluhren:
Die am Heck befindliche Spieluhr, ist programmierbar, und hat drei Geschwindigkeiten. Für sie gibt es zwei unterschiedliche Sorten von Membran. Typ 1, Entspricht dem Charakter einer Kalimba. Typ2 dagegen klingt glockenhell und ist von der Beschaffenheit eher mit den der alten Spieluhr auf der hinteren Längs Seite des Instrumentes zu vergleichen. Die Hundert Jahre alte Spieluhr, ist noch im Bau befindlich. Sie wartet noch auf den Anschluss zum Getriebe, sowie auf die Platzierung der Tonabnehmer.
Verbaute Teile
Beim Bau der Heckeshorn, habe ich neben vielen selbst gefertigten Teilen, auch immer schon Alte Teile verbaut. Dies verleiht dem Instrument sein unverwechselbares Aussehen. So finden sich beispielsweise Teile einer alten Uhr wieder, oder das Elfenbein eines Biedermeier Geh Stocks. Die Seiten Aufhängung stammt von einer Zither, das Riff Brett von einer Mandoline, die noch aus dem Alten White Trash stammt. Die Mandoline gehörte mal einem/er gewissem/en Kassim. Ganz zart zeichnet sich noch heute der Name auf dem 11. Bund ab. Auf der Hinteren Längs Seite, befindet sich die von mir schon erwähnte Alte Spieluhr.
Trafo Kasten:
In dem Gehäuse der alten Spieluhr habe ich den Trafo untergebracht, der den Getriebe Motor für das Getriebe mit Elektrischer Spannung versorgt. Den mir verbleibenden Platz nutzte ich für eine Klang Installation. So sind neben der Feder der Spieluhr, ein Metallstab, sowie die Sichel eines alten Globus, in der eine Stahl Feder gespannt ist. Alle Elemente sind mit Magneten bestückt, die von einem alten, ebenfalls auf dem Kasten montierten und zum Tonabnehmer umfunktionierten Bus oder Straßen Bahn Mikrofon abgenommen werden.
Die Tonabnehmer:
Für die Tonabnehmer, verwendete ich zum Teil alte Klingeln vom Flohmarkt. Wie z B.: der Galgen Tonabnehmer auf der linken Seite. Die Anderen wickelte ich bei Frank Deimel einem Gitarren Baumeister selber.
Das Tonabnehmer System setzt sich wie folgt zusammen. Zwei schwenkbare Galgen Tonabnehmer auf beiden Seiten. Mit Ihnen kann die Slide von oben abgenommen werden. Auf Grund der Mobilität, lassen sich so einzelne Töne hervor heben. Besonders schön klingen sie wenn man die Seiten rechts vom Gleitschlitten her anschlägt. Dadurch fängt man die Ober Töne ein, so das sie manchmal wie eine Harfe, Chöre oder ein Syntheziser klingen. Wie schon erwähnt befinden sich auf dem aus Ebenholz gedrechselten Rad neben den Plektren auch vier Tonabnehmer die über einen Schleifkontakt die Schwingungen der Seiten übertragen. Diese Tonabnehmer erzeugen einen interessanten Effekt,müssen aber noch überarbeitet werden. Das Rad dreht sich mittig der zwei Dosen in den ich weitere Tonabnehmer untergebracht habe. In der linken Dose, befinden sich fünf höhenverstellbare Einzel Tonabnehmer, sowie einen 18 K Ohm Singe Cool in der Rechten Dose. Bis auf die, die von zwei Tonabnehmern abgenommene Sechste Seite, die über die Summe geregelt wird, sind alle Anderen mit Einzel Ausgängen ausgestattet, die sich in den Gehäusen unterhalb der Tonabnehmer befinden. Die Gehäuse sind neben den Ein + Ausgängen für jeden Tonabnehmer,auch jeweils mit einem Lautstärke Regler + einem Ein und Ausschalter versehen. Der Kopfhörer Ausgang, ist in der Rechten Dose installiert. Die Spieluhr am Heck, ist mit Spulen vom Flohmarkt bestückt, welche mittels einer Kurbel in Position zu bringen sind.
EMSM:
Meine Elektromechanischen Schlagmechanismen, sind schon lange fester Bestandteil der Heckeshorn. Mit ihn lassen sich viele Rhythmen einstellen, die ich in Geschwindigkeit und im Impuls beeinflussen kann. Zudem verfüge ich über ein Trigger System, das mir erlaubt auch Andere Rhythmus Maschinen, sowie die analogen Geräte von Christian Günther mit zu integrieren.
Baustellen:
An der Maschine sind noch sehr viele Handgriffe zu bewältigen. Neben den regelmäßigen Verfeinerungen, stehen aber auch noch eine Latte von Neuentwicklungen auf dem Plan. So soll der Getriebe Kasten ein Dach bekommen , das von der Form her mit den Tonabnehmer Gehäusen harmonieren soll. Der obere Teil, ist für Elektronische Einrichtungen reserviert. Wo gegen der untere Teil des Daches der Anforderung gerecht werden soll, soviel vom Getriebe sichtbar zu lassen wie nur irgendwie geht. So sollen ovale Fenster eingelassen sein, die das Dach zum einen zieren, zum Anderen, durch die darinnen enthaltenden Prismen mit zur Hilfename einer Webcast auch für visuelle Effekte nutzbar machen. Auch diese Einrichtung soll interaktiv,online zu bedienen sein. Nach Fertigstellung des Dachstuhls ist selbstverständlich mit einem Richfest zu rechnen.
Zur Stunde arbeite ich an einer Fußsteuerung für den Gleitschlitten, der es mir ermöglichen soll meine Hände freizuhalten um beispielsweise trommeln zu können. Wie schon beschrieben, stehen noch die Arbeiten an der alten Spieluhr an, sowie die Gehäuse für die neuen Steuerungen. Anzusteuernde Elemente sind: a) der Gleitschlitten, b) das Getriebe, c) alle Tonabnehmer, d) die EMSM 1 + EMSM 2, e) die in Planung stehenden Visuellen Einrichtungen..
Mein Fernziel:
Mein einstiges Fern Ziel, die Digitalisierung, rückt immer näher. Zur Stunde, werden die dafür benötigten analogen Elektronischen Bauteile gefertigt. Theoretisch ist es denkbar das Heckeshorn schon in den kommenden Monaten ins Netz zu stellen um sie dann Interaktiv, Online ansteuern zu können. Erfahrungsgemäß wird es sich aber noch ein Stück weit nach hinten verschieben, so das ich nicht vor 09 mit der Realisation rechne. Auch noch später wäre denkbar. Dann aber soll es möglich sein, sie von jeden Punkt der Erde aus ansteuern zu können. Ich stelle mir beispielsweise vor, das irgendwo auf der Welt, irgendwer sein Laptop aufschlägt, meine Maschine ansteuert um dann mit ihr Live zu musizieren. Bei den Sende Zeiten, wäre es denkbar, das sie ähnlich wie bei e-EBay versteigert werden. Hierfür müssen aber neben den noch zu verrichtenden handwerklichen Arbeiten die Strukturen geschaffen werden. Unter anderem deswegen könnte es zu Verzögerungen kommen.
Danksagung:
Der Bau des Heckeshorn bis zu seinem gegenwärtigen Zeitpunkt, war nur durch die vielfältige Unterstützung möglich, die mir bis jetzt wieder fahren ist. Darum möchte ich mich an dieser Stelle bei all denjenigen bedanken, die mir mit Tatkraft und Anerkennung bis jetzt zur Seite standen und stehen.
Mein Dank richtet sich deshalb im besonderen Maße an: Albrecht Follenius, Rudolf von Wild, Andal Kammermeier, Silke Bögershausen, die Bar jeder Vernunft, Esther, Günther Mollath, Naim, Torstraßen Ingo, U. Panzer, Elisa Sorbello, das Haus Schwarzenberg, Martin Peter, Frank Deimel, Andreas Schneider, Tom Stern, Ingo Kraus, Sandra Becker, Axel Schwarzberg, Lisa Smith, Holger Kück, Ann Kristin, Klaus Peters, Peppi Streich, Doreen Tornow, Meret Becker, Thomas Wydler, Kemi Groh, Beate Bartel, Matthias Rischau, Christian Günther, sowie meine vielen Freunde, die mich immer ermuntert haben meiner Sache treu zu bleiben und weiter zu machen.
Da ich bei dem Projekt die Maschine ins Netz zu stellen auch weiterhin auf Unterstützung angewiesen sein werde, möchte ich mich vorab auch bei all denen Bedanken die noch hinzukommen werden.